Kultur-und Dorfgemeinschaft Hagen-Holthausen e.V. gegründet 1952

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Bilderquelle:
Herr M. Rahmann
           

Die unzweifelhaft interessanteste Naturerscheinung in Holthausens Bereich ist der Barmer Teich. Der Name sowohl wie das eigenartige Verhalten des Wassers erregen immer wieder Aufmerksamkeit. Der zweite Teil des Namens versteht sich heute nicht mehr von selbst. Es ist kein Teich, sondern ein breiter Wasserlauf vorhanden. Ehe jedoch um 1808 die Straße Hagen-Hohenlimburg gebaut wurde und dann kurz nach 1850 die Eisenbahn, war hier tatsächlich ein großer Teich. Dieser bildete den Abschluss einer großen Geländebildung, der so genannten Barme. Es ist dies eine stark gekrümmte Böschung, die oberhalb von Herbeck durch die Eisenbahn und einen Hohlweg durchschnitten wird. Hier stand früher ein Grenzbaum der Eppenhauser Mark. Sein Name, Barmer Baum, hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Die Felder zwischen der gekrümmten Böschung, dem Barmer Teich, dem Barmer Baum und der Eisenbahn heißen: In der Barme. In dem Wort Barme ist der Begriff des Gebogenen enthalten. Denken wir einmal an das Wort „erbarmen“, in dem ja auch die Geste des „Sichherabbeugens“ enthalten ist, wird uns der Begriff klar, und wir erkennen auch, dass der Name Barme ausgezeichnet zu der Geländebildung passt.

 

Bis zum Ende des Oktobers 1951 konnte der Barmer Teich für sich in Anspruch nehmen, niemals versiegt zu sein. Der September und der Oktober des genannten Jahres waren außerordentlich trocken. Aber die Dürre war nicht Ursache des Austrocknens. Die Firma Göcke & Sohn hatte in diesem Jahr unter der Hünenpforte eine neue Wasseranlage gebaut und damit die wichtige Wasserader abgeleitet, die höchstwahrscheinlich zum Barmer Teich führte.

 

In unserer Gegend ist die Quelle unter dem Weißenstein wohl die größte. Das hat dazu geführt, einmal nachzuforschen, woher die Wassermenge kommt, da das geringe Sammelgebiet für Regenwasser nicht ausreichen würde, diesen Reichtum zu erklären. Dabei entdeckte man, dass in der Nähe von Milchenbach zwei kleine Bachläufe in Kalkspalten eintreten, die unten im Tal wieder erscheinen. Eine der Spalten ist durch die nach der Verkoppelung eingetretene Wegeveränderung nicht mehr sichtbar. Das Wasser verschwindet schon vorher in der Erde. Durch die unter der Hünenpforte entdeckte Wasserader ist es klar geworden, dass auch ein Teil des versiegenden Wassers des Holthauser Baches mit in den Barmer Teich gelangt. Wenn es richtig ist, und das darf als gesichert angenommen werden, dass die drei genannten Bachläufe den Barmer Teich speisen, so darf ein weit verzweigtes unterirdisches Hohlraumsystem vermutet werden. Das eigenartige Verhalten des Wassers am Barmer Teich macht es auch wahrscheinlich, dass größere Hohlräume vorhanden sind, in denen Wasser in Teichen gespeichert wird.

 

Quelle:  Albert Schäfer in „Die Lennegemeinden“ , Hrsg. Hagener Heimatbund, 1980

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